Generation Update

Wir sind die Generation Update, die Generation “Please wait… Update is runnig”. Was für Vor- und Nachteile das für den Konsumenten bringt, steht in diesem Beitrag. Der steht übrigens auch als PDF zum Download bereit.

Mit dem Internet ist das ja alles kein Problem mehr. Ohne weiteres kann jederzeit ein Patch veröffentlicht werden, der es den Entwicklern erlaubt, Programme nach deren Veröffentlichung zu verbessern. Programme die einen Fehler bis ans Ende ihrer Tage in sich beherbergen gehören damit der Vergangenheit an. Vorausgesetzt, man hat eine Internetverbindung. Hat man diese nicht, schaut man oft blöd aus der Wäsche. Noch schlimmer ist es, wenn man zwar eine hat, der Entwickler allerdings nicht im Stande ist, weil es das System nicht zulässt, einen Patch zu veröffentlichen.

Früher war das doch noch ganz anders. Da wurde ein Programm auf den Markt gebracht, das war fertig. Damals war das Denken bei den Entwicklern auch noch ganz anders, denn schließlich bedeutete ein Fehler in einer sich auf dem Markt befindlichen Software einen gewaltigen Schaden für die Firma. Schließlich konnte man nicht still und heimlich über ein Silentupdate den Fehler beheben. Den Benutzer darauf hinzuweisen, dass Version 1.0.1 veröffentlich wurde, und man sich das kleine Update sofort kostenlos herunterladen kann funktionierte auch nicht. Wie denn auch? Es gab also nur zwei Möglichkeiten. Entweder man schwieg den Fehler tot, sofern man ihn nicht als Feature aufwerten konnte, oder man startete eine groß angelegte Rückholaktion. Letzteres bedeutete, dass das Unternehmen sofort einen Schaden nahm, ersteres hingegen bot eine 50:50-Chance, dass der Fehler bis zur Version 2.0 niemanden auffallen würde.

Bei Spielen war das nicht anders. Super Mario Land 1.0.1 wäre undenkbar gewesen. Dass noch am Erscheinungstag eines Spieles der Patch auf Version 1.02 erscheint, ist heutzutage allerdings keine Seltenheit mehr. Das ist bei vorhandener Internetanbindung und geeignetem System auch kein Problem und zur Not kann man sich bei fehlender Konnektivität ans World Wide Web den Patch auch über einen Freund oder einen (anderen) Computer besorgen. Schlimm wird es erst dann, wenn das System ein patchen nicht erlaubt. War das in Zeiten ohne DSL noch nichts ungewöhnliches steht die Nintendo Wii unter den drei großen Konsolen doch heute ganz alleine da. Eine XBox 360 und eine PlayStation 3 überprüfen beim Start eines Spiels, ob denn ein Patch verfügbar ist und laden den gegebenenfalls auch herunter. Damit ist der mehr oder weniger schwerwiegende Fehler des Spiels behoben und es kommt zu keinen Problemen.

Der Zelda-Zwischenfall

Zurecht hofft man also gerade bei der Wii auf besondere Sorgfalt und geht davon aus, dass die Spiele für dieses System ohne Problem vom Anfang bis zum Ende laufen. Während das bis jetzt auch so war, oder man zumindest noch nichts Gegenteiliges wusste, hat Nintendo nun selbst bewiesen, dass Fehler menschlich sind. The Legend Of Zelda Skyward Sword, also das aktuelle Zugpferd der Konsole beinhaltet einen schwerwiegenden Bug, der gegen Ende des Spieles auftritt und man dann nur noch eine Lösung hat: Man muss das Spiel von vorne beginnen. Doch wenn man bereits von dem Problem wusste, ist es ein leichtes das zu umgehen. Man muss drei Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge erfüllen, ansonsten ist es aus. Doch das kann nicht die Lösung sein.

Wie geht man also damit um? Dass das Problem wie in alten Zeiten durch einen Austausch der Game-Disc behoben wird ist unausweichlich. Doch mit einem einfach „sorry, dass ihr erneut etwa 35 Stunden in das Spiel investieren müsst, von dem Umtauschgeraffel ganz abgesehen“ wird es wohl nicht getan sein. Aber selbst wenn es einen Austausch + Entschuldigungsgeschenk geben wird, stellt sich doch die Frage wie gut das in Österreich gehandhabt wird. Denn die Firma Stadelbauer ist nicht berühmt für seine Service-Leistungen. So warten manche bis heute auf die neuen Handgelenksschlaufen für die Wii- Fernbedienungen die Nintendo gratis ausgab, allerdings nicht direkt sondern über den jeweiligen Regionshändler. Für Österreich ist das wie gesagt die Firma Stadelbauer. Doch das ist eine andere Geschichte.

Die Vorteile

Die Möglichkeit, Updates zu veröffentlichen stiftet Entwickler ganz offensichtlich zu mehr Nachlässigkeit an, aber bietet es auch Vorteile? Natürlich, sogar eine ganze Hand voll. Zum Ersten hat es den Vorteil, dass man Fehler nachträglich beheben kann. Auch kleinere Fehler, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vielleicht gar keine waren, lassen sich so beheben. Die Kompatibilität zu einem neuen Betriebssystem, einem anderen Programm oder einer neuen Währung sei hier genannt. Damit wird die Lebensdauer eines Programms deutlich erhöht. Gerade bei Programmen für mobile Endgeräte, deren Betriebssysteme sich in einem rasanten Tempo weiterentwickeln ist es unerlässlich Updates zu ermöglichen.

Ein weiterer Vorteil ist die nachträgliche Implementierung weiterer Funktionen. Durch ein kleines Update macht man dem Besitzer der Kopie ein Geschenk und spendiert ihm eine neue Funktion. Der Benutzer muss dafür nicht extra eine neue Kopie kaufen sondern drückt im Idealfall nur einen Knopf und kann plötzlich noch etwas mehr mit dem Programm anstellen. Kleinere Funktionen, die früher keine neue Programmversion wert waren, werden nun ganz einfach implementiert. So geht keine Funktion mehr verloren, weil man die Entwicklung auf Eis legen musste.

Auch oder gerade im finanziellen Bereich wird der Endkunde entlastet. Ohne für jedes Update extra zahlen zu müssen ist der Benutzer immer am neuesten Stand der Technik. Das schont das Geldbörserl.

Die Nachteile

Dennoch, die Nachteile die dieses System mit sich bringt sind nicht zu Unterschätzen. Programme mit dem Hintergedanken, dass man ja ohnehin ein Update veröffentlichen kann, zu entwickeln leiten zu mehr Nachlässigkeit.

Der Endkunde ist frustriert, weil das gekaufte Produkt einen Fehler aufweist und damit eventuell komplett unbrauchbar wird. Dabei sind doch glückliche Kunden das um und auf! Denn ein frustrierter Kunde, der um ein Update betteln muss, wird sich auch um eine Alternative umsehen. So schnell wird dieser Kunde dann auch nicht zurückkommen, außer man hat das perfekte Zusammenspiel von Design und Funktionalität in seinem Produkt verwirklichen können sodass der Kunde sich nach einem Ausflug zur Konkurrenz doch wieder nach der alten Umgebung sehnt.

Oft werden im Endkunden durch dieses System aber auch falsche Erwartungen geweckt. Denn auch beim Benutzer setzt sich langsam der Gedanke fest, da kann ja ein Update kommen. So erträumt man sich die neuen Funktionen, die doch ganz offensichtlich fehlen und sicher mit einem Update nachgereicht werden. Doch denkste, der Entwickler hat gar kein Interesse daran, dieses Feature einzubauen. Denn schließlich ist das Programm ja schon gekauft und die Funktionen die man hat müssen einem auch genügen. Oft sind hier die kostenlosen Programme sogar empfehlenswerter als die kostenpflichtigen.

Generation Update (PDF)

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Über Kay van Haagen

Ich bin Rettungssanitäter beim ASBÖ Gruppe Linz. Zu meinen Hobbys zählen Radfahren (gemütlich, versteht sich), Kino und reisen.

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